Saïga: 76 Jahre im Wandel auf dem Wasser

Saïga: 76 Jahre im Wandel auf dem Wasser


Photo de la péniche événementielle de 39 mètres, Saiga

1950 – Der Beginn der Geschichte als Rojajo

Die Geschichte der Saïga beginnt lange bevor sie diesen Namen trägt. Unter dem Namen „Rojajo“ wird das Schiff erstmals im Jahr 1950 in der Zeitung La Vie Batelière erwähnt. Dort erfährt man, dass Abbé Beschuyt, Pfarrer von Mortagne, das damals Herrn Rodolphe Demanet gehörende Schiff bei seiner Auslieferung von der Mory-Werft segnete.

Wie viele Freycinet-Schiffe wurde auch die Rojajo für den Gütertransport auf den französischen Wasserstraßen gebaut. Kohle, Holz und Baumaterialien gehörten zu den zahlreichen Gütern, die sie über Jahrzehnte hinweg transportierte und damit aktiv zum Wirtschaftsleben auf den Binnenwasserstraßen beitrug.

Mit einer Ladekapazität von bis zu 250 Tonnen Fracht – das entspricht etwa zehn Sattelzügen – stellte das Schiff ein effizientes und umweltfreundliches Transportmittel dar. Ein einziger Volvo-Motor mit 280 PS genügte, um diese beeindruckende Ladung zu bewegen.

Einige Jahre später – Das Schiff in den Händen von „Doudou dem Schiffer“

Das Schiff wurde später von dem Mann gekauft, den viele unter dem Namen „Doudou der Schiffer“ kannten. Er betrieb die Peniche während seiner gesamten beruflichen Laufbahn bis zum Jahr 2013. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg befuhr das Schiff die französischen Wasserstraßen und transportierte im Rahmen verschiedener Frachtaufträge unterschiedlichste Güter von Hafen zu Hafen.

Je nach Zeitraum und Bedarf war Doudou gemeinsam mit seiner Schwester oder seiner Schwiegermutter an Bord unterwegs. Zusammen teilten sie den Alltag der Binnenschiffer. Diese familiäre Organisation verkörperte den Geist der Solidarität und der Weitergabe von Wissen und Traditionen, der die Welt der Binnenschifffahrt einst prägte.

Es war schließlich die Ehefrau von Doudou, die dem Schiff den Namen „Saïga“ gab – als Hommage an die Saiga-Antilope, eine symbolträchtige Tierart der trockenen Steppen Zentralasiens, die für ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und ihr Überleben unter schwierigen Bedingungen bekannt ist.


Photo de la péniche Saïga dans sa vie de péniche-théâtre itinérante

2013–2017: Ein schwimmendes Theaterschiff

Nach dem Ende ihrer Karriere im Gütertransport auf den Wasserstraßen begann für die Saïga ein zweites Leben, das ebenso unerwartet wie außergewöhnlich war. Zwischen 2013 und 2017 wurde die Peniche zu einer öffentlich zugänglichen Einrichtung umgebaut, um das Projekt des Wandertheaters „Mobile Homme“ aufzunehmen.

Nacheinander in Beaucaire, Aigues-Mortes und Saint-Gilles im Süden Frankreichs festgemacht, entwickelte sie sich zu einem echten Ort der Kreativität und Begegnung.

Über mehrere Jahre hinweg beherbergte die Saïga Theateraufführungen, künstlerische Darbietungen, Workshops und verschiedene öffentliche Veranstaltungen. Diese Umnutzung zeugt einmal mehr von der bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit der Peniche, die in der Kultur eine neue Möglichkeit fand, ihre Räume mit Leben zu füllen.

2017 – Ein neues, vielseitiges und außergewöhnliches Kapitel

Im Jahr 2017 durchlief die Saïga eine weitere Umwandlung und entfernte sich noch stärker von ihrer ursprünglichen Bestimmung. Das Schiff wurde zu einem vielseitigen und außergewöhnlichen Veranstaltungsort, der für Events, Aufführungen, Workshops und verschiedene immersive Erlebnisse konzipiert wurde. Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der Begegnungen, Austausch und eine Auszeit vom Alltag in einem einzigartigen Ambiente auf dem Wasser fördert.

Dank ihrer großzügigen Räumlichkeiten und ihres besonderen Grundrisses bietet die Peniche zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Künstler, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen konnten an Bord unterschiedlichste Projekte verwirklichen – von kulturellen Veranstaltungen bis hin zu interaktiven Workshops.

Eine der bemerkenswertesten Besonderheiten der Saïga ist ihr 5 Meter tiefer – oder vielmehr hoher – Tauchtschacht, der direkt in die Struktur des Schiffes integriert ist.

Diese seltene und ungewöhnliche Einrichtung eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für kreative Experimente und verleiht der Peniche einen einzigartigen Charakter. Als echte technische Besonderheit veranschaulicht sie perfekt die Fähigkeit der Saïga, sich immer wieder neu zu erfinden und außergewöhnliche Projekte zu beherbergen.

Image de la fosse de plongée de 5 mètres de hauteur présente dans la Saïga

2023 – Neue Projekte in Sicht

Im Jahr 2023 entstanden rund um die Saïga mehrere neue Ideen, darunter auch das Konzept einer schwimmenden Piano-Bar. Obwohl dieses Projekt letztlich nicht verwirklicht wurde und bislang in der Planungsphase geblieben ist, zeigt es das kreative Potenzial dieser außergewöhnlichen Peniche.

Mit ihrer reichen und einzigartigen Geschichte hat die Saïga die Jahrzehnte überdauert und dabei mehrfach ihre Bestimmung verändert, ohne ihren Charakter und ihre Identität zu verlieren.

Heute ist die Saïga bereit, ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufzuschlagen. Diese außergewöhnliche Peniche steht nun zum Verkauf und bietet ihrem zukünftigen Eigentümer die Möglichkeit, dieses einzigartige Abenteuer fortzuführen und neue Projekte an Bord zu verwirklichen.

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Cornelia Helena: Ein Leben auf dem Wasser seit fast einem Jahrhundert

Cornelia Helena: Ein Jahrhundert auf dem Wasser

1930 – Frachtschiff für den Handel

In den 1930er Jahren gebaut, wurde die Luxemotor-Barge Cornelia Helena in den Niederlanden für den Transport von Gütern konzipiert.

Zu dieser Zeit befuhr sie die niederländischen Wasserwege und spielte eine zentrale Rolle im kommerziellen Binnenschiffsverkehr.

Robust und für die Arbeit gebaut, verkörpert sie die Nutzschiffe, die die Geschichte des Wassertransports in Europa geprägt haben.

Ihr markantes Profil und die solide Bauweise zeugen vom niederländischen Schiffbauhandwerk und machen Cornelia Helena zu einem wertvollen Zeugnis der Geschichte des Binnenschifftransports.

1990 – Umbau der Barge zu einem Wohnraum

Nach mehreren Jahrzehnten im Handel beginnt in den 1990er Jahren ein neues Kapitel.

Umfangreiche Arbeiten werden durchgeführt, hauptsächlich von H2O, um die Barge in einen bewohnbaren Raum zu verwandeln, dabei jedoch ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren.

Die Funktion des Schiffes wandelt sich: Aus einer Transportbarge wird Cornelia Helena ein echtes Wohnschiff, ausgelegt für das Cruisen, Komfort an Bord, Entspannung und die Entdeckung der Wasserstraßen unter angenehmen Bedingungen.

So beginnt ihre zweite Geschichte, die sich dem Reisen und der Lebensart auf dem Wasser widmet.


1998 – Aufstockung des Salons

1998 beginnt eine neue Renovierungsphase, die die Wohnqualität weiter verbessert, indem der Salon aufgestockt wird.

Diese Veränderung schafft mehr Raum, eine bessere Sicht nach außen und mehr Tageslicht, wodurch der Wohnbereich im Alltag deutlich angenehmer wird.

Ab dieser Zeit übernehmen Schweizer-deutsche Eigentümer das Steuer und nutzen das Schiff vollständig für die Kreuzfahrt.

Jedes Jahr unternehmen sie lange Reisen von mehreren Wochen durch Frankreich und Europa, erkunden Kanäle, Flüsse und vielfältige Landschaften. Im Laufe dieser Fahrten wird Cornelia Helena zu einem echten Reisebegleiter.

2001 – Neue Außenanstrich und Eigentümerwechsel

Im Jahr 2001 wurde die Barge außen vollständig neu gestrichen und erhielt ihr elegantes, gepflegtes Erscheinungsbild zurück, das ihre klassischen Linien besonders zur Geltung bringt.

Diese Auffrischung reiht sich ein in die fortlaufenden Verbesserungen der vergangenen Jahre, die den Charme und den Charakter des Schiffes bewahren sollten.

Neue Eigentümer, weiterhin Schweizer-Deutsche, setzten das Abenteuer fort. Sie übernahmen das Steuer und erkundeten insbesondere die Schleifen der Kanäle Burgunds.

Diese Fahrten nahmen die Form echter touristischer Kreuzfahrten an, geprägt von kulinarischen Zwischenstopps, der Entdeckung malerischer Dörfer, historischer Schlösser und der renommierten Weinlandschaften der Region.


2023 – Eigentümerwechsel zu einem Franzosen

Noch kürzlich, im Jahr 2023, wurde Cornelia Helena von einem französischen Eigentümer gekauft, der sie als schwimmendes Zuhause nutzt.

Das Schiff legte daraufhin mehrere verschiedene Liegeplätze an. Zunächst lag es im Hafen der Alten Schleuse (Port de l’Ancienne Écluse) in Saint-Jean-de-Losne, bevor es in die Gemeinde Châtelet-sur-Saône weiterzog.

In dieser ländlichen Umgebung verbrachte die Barge mehrere Monate völlig autonom. Anschließend setzte sie ihre Reise nach Auxonne fort, wo sie für mehrere Monate an der Saône, am Fuße des Schlosses, festmachte.

Heute ist Cornelia Helena zurück im Yachthafen von Saint-Jean-de-Losne, Seite an Seite mit anderen Booten.

Mit über einem Jahrhundert Bestehen schreibt diese Luxemotor-Barge weiterhin ihre Geschichte – zwischen Binnenschiff-Erbe, Reisen und Leben auf dem Wasser. Eine einzigartige Lebenslinie, die perfekt die vielfältigen Möglichkeiten eines Bootes illustriert.

Dieses Schiff steht derzeit zum Verkauf! Interessiert? Erfahren Sie hier mehr über sie, indem Sie hier klicken.